Ist Poker wirklich ein Sport?
Verfasst von Elma Beck
Dienstag, August 19, 2008
Ob Poker nun tatsächlich ein Sport ist oder nicht, ist eine grosses Diskussion, egal ob nun auf allen Sportkanälen im In- und Ausland wie DSF, ESPN und anderen Poker gezeigt wird oder nicht. Der frühere leitende Produzent von ESPN Bob Chesterman meinte: "Wie kann Poker ein Sport sein? Es ist nur ein Wettbewerb und die Zuschauer lieben das!"
Der Duden definiert Sport in der ursprünglichen Wortbedeutung als "Zerstreuung, Vergnügen, Zeitvertreib, Spiel", und einzig im "American Heritage Dictionary", dem amerikanischen Duden sozusagen findet sich ein Hinweis, dass es körperliche Aktivitäten beinhalten kann. Mit der Betonung auf "kann".
Und manch einer wird auch an Schach denken oder sogar an Golf spielen. Wo beim Golf finden körperliche Aktivitäten statt, die es mit Fussball oder Basketbst.all auf sich nehmen können? Aber niemand bezweifelt das Golf eine Sportart ist.
Bryan Clay, 2004 Gewinner einer Silbermedallie im Zehnkampf, in dem der Titel "Grösster Athlet Weltweit" verliehen wird, meint: "Die Worte "Athlet" und "Sport" werden immer mehr verwässert. Vor 15 Jahren hätte es solche eine Diskussion ob Poker ein Sport ist, gar nicht gegeben."
Einige lästern dass man zwar ab und zu ein Glas mit Getränken heben würde und man ja auch die Karten ab und zu umdrehen muss, dass aber die Menge, die an Schweiss fliesst sich in Grenzen halten würde. Vielleicht wenn man gerade eine grössere Summe Geld gesetzt hat.
Ob sich die Diskussion je beenden und eindeutig beantworten lässt, scheint fraglich. Allerdings nach unzähligen selbst gespielten Pokerspielen komme ich zu folgendem Schluss: der Konkurrenzkampf in Poker steht keiner anderen Sportart nach. Die Gewinnsummen sind oft höher als in jedem traditionellen athletischer Disziplin und während am Pokertisch selbst mit Sicherheit keine Athletik benötigt wird, muss ein erfolgreicher Pokerspieler abosult fit sein.
Wenn man stundenlang in einem Turnier sitzt und sich konzentrieren muss, dann geht das nur wenn man seinen Körper vor und nach dem Pokerturnier entsprechend vorbereitet. Und überraschendeweise ist der Besuch im Fitnesscenter oder Ausdauertraining wie Jogging keine schlechte Grundlage zu einem Pokerturnier. Auch Gehirntraining und richtige Ernährung sind wichtig, um sich gegen seine Gegner durchzusetzen.
Und alles in allem: es macht keinerlei Unterschied wenn jemand mit eine Tüte Chips und ein paar Flaschen Bier vor dem Fernseher sitzt und Fussball oder ein Pokerturnier ansieht - seine persönliche Fitness wird dadurch garantiert unbeeinflusst bleiben.
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